Die Biomasseampel - Unterstützung für nachhaltige Waldbewirtschaftung

 

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Nachhaltige Waldbewirtschaftung bedeutet Ressourcen schonende Produktionsabläufe unter Beachtung der natürlichen Nährstoffkreisläufe zu gewährleisten.
Biomasse aus Waldbewirtschaftung ist sowohl als Energieträger als auch für die Papier -und Zellstoffindustrie ein wertvoller und begehrter Rohstoff. Die kontinuierliche Bereitstellung dieses Rohstoffes für die weiterverarbeitende Industrie und als Brennmaterial sichert dauerhaft Arbeitsplätze in den Regionen und ermöglicht Wertschöpfung in den Forstbetrieben. Die technische Entwicklung im Seilkranverfahren hat die Ganzbaummethode forciert. Diese Verfahren sind kostengünstiger und auch vom Gesichtspunkt der Arbeitssicherheit zu begrüßen. Trotzder großen Nachfrageund der betriebswirtschaftlichen Vorteile ist aber auf die Erhaltung der Produktionskraft der Waldböden zu achten.

Mit der Biomasseampel wird den Waldbesitzern ein praktisches Instrument in die Hand gegeben, um sicher zu stellen, dass das wertvollste Kapital – der Waldboden – die Produktionskraft erhält und Wachstum auch in Zukunft gewährleistet.Die Biomasseampel zeigt am jeweiligen Standort unter Berücksichtigung einfacher Parameter wie Geologie/Geomorphologie, Exposition, Bodentyp und Bonität, ob die Entnahme feiner Biomasseanteile vertretbar ist oder nicht. Diese einzelnen Parameter werden mit jeweils drei einfachen Zuordnungen bestimmt. Die Komplexität all dieser Einflussfaktoren auf den Standort ist  natürlich im Detail zu beurteilen und abzuwägen. Diese Entscheidungshilfe soll die nachhaltige Waldbewirtschaftung unterstützen.

Für den Großteil der Standorte zeigt die Biomasseampel für die Nutzung der feinen Biomasse auf rot. Das bedeutet, dass diese feine Biomassefraktion unter 5cm Durchmesser im Wald belassen werden soll. Gerade in den Ästen, Zweigen, Knospen und Nadeln haben wir eine hohe Konzentration an basisch wirkenden Nährstoffen wie Kalcium, Magnesium und Phosphor sowie Stickstoff. Während in der reinen Holzsubstanz ohne Rinde kaum mineralische Nährstoffe enthalten sind, verdoppelt sich bei rund 12% Biomassegewinn der Nährstoffentzug. Nutzen wir den ganzen oberirdischen Baum gewinnen wir zwar rund 40% im Vergleich zum Derbholz über 8cm, vervierfachen aber den Nährstoffentzug. Ein Blick in die Aschenlade spiegelt diese Tatsache sehr gut wieder. Wenn wir rindenlose Pellets oder Qualitätshackgut aus Stammholz heizen kann man mit etwa 0,5 bis 1,0 % Asche vom eingesetzten Brennstoff rechnen, Bei Hackgut aus Schlagabraum kann der Aschenanteil auf deutlich über 4% ansteigen.
Ein Versuch der Universität für Bodenkultur hat die Auswirkungen des Biomasseentzuges auf den Zuwachs im Stadtwald der Gemeinde Hartberg sehr ernüchternd festgestellt. Bei der Ganzbaumnutzung verlieren wir im Vergleich zur Derbholznutzung über 8cm sage und schreibe 23% der Zuwachsleistung und das nachhaltig. Die moderne Nutzungstechnik macht es mögliche die ganze Biomasse mit der ganzen Krone zu nutzen, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist es von Ausnahmen abgesehen ganz bestimmt nicht.

Stickstoffgehalt der Bestandesbiomasse
von Fichtenbeständen:
Grafik Biomasse

 

 

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