Holzmarktbericht August 2019


Hohe Holzimporte und sinkende Preise stützen die hohe Produktion der Sägeindustrie.

Aufgrund der überaus hohen Schadholzangebote nach dem Sturm Vaia vom letzten Herbst und den Käferkalamitäten in Nieder- und Oberösterreich sowie in Deutschland und Tschechien ist das Rundholzangebot sehr groß. Obwohl die Sägeindustrie auf höchstem Niveau produziert, und das Schnittholz auf den Weltmärkten überaus gefragt ist, drückt zu viel Rundholz aus dem In- und Ausland auf den Markt.
Die Importquote für Rundholz ist ähnlich hoch wie 2018. Das Resultat daraus sind weiter sinkende Rundholzpreise, eine strenge Holzübernahme sowie Probleme in der Abfrachtung - vor allem in den Schadgebieten.
Die Preise der schlechteren Sägerundholzsortimente sind auf ein Niveau gesunken, bei dem die Möglichkeit einer kostendeckenden Bereitstellung teilweise nicht mehr gegeben ist.

In den letzten Monaten haben die Durchschnittspreise der Holzlieferungen im Jahresvergleich drastisch abgenommen. Obwohl die Übernahme meist branchenkonform verläuft, reduzieren dratische Preissenkungen im Cx und Schwachblochsegment den Durchschnitt teilweise über 20 Euro pro Festmeter. Die Kiefer ist aufgrund der schwierigen Marktsituation derzeit kaum nachgefragt, daher sollten Kiefernnutzungen aufgeschoben werden.
Durch die hohe Produktivität der Sägeindustrie wird die Papier- und Zellstoffindustrie sehr gut mit Hackgut versorgt. Zusammen mit den fehlenden Exportmöglichkeiten des Rundholzes - aufgrund des hohen Schadholzangebotes - fallen die Preise für die Industrieholzsortimente im 3. Quartal um rund 1 bis 3 Euro pro Festmeter. Abfuhrverzögerungen gibt es in der Steiermark im Faserholzbereich.
Aufgrund der herrschenden Rahmenbedingungen haben aussetzende Betriebe ihren Einschlag - mit Ausnahme von Schadholzaufarbeitungen - weitgehend eingestellt. 
Derzeit kommen die Hauptmengen aus Schadholzaufarbeitungen bzw. größeren Forstbetrieben, die ihr Betriebseinkommen aus dem Wald generieren müssen.

Das Thema Forstschutz rückt jedoch zusehends in den Mittelpunkt. Obwohl das kühle, regnerische Wetter im Mai die Borkenkäferentwicklung verzögerte, ist das Potenzial einer Massenvermehrung aufgrund fehlender Niederschläge durchaus gegeben. Die Brutsysteme der 2. Käfergeneration sind bereits weit entwickelt. Frisch befallene Bäume zeigen sich vermehrt, obwohl sich die Borkenkäfersituation in der Steiermark zumindest derzeit noch in Grenzen hält.
Auch Energieholzabnehmer sind bestens versorgt. Es besteht auch hier ein Überangebot an Holz.

Empfehlungen:

  • Forstschutz hat Priorität! Bestände kontrollieren und befallenes Material aus dem Wald entfernen!
  • Trotz gesunkenen Holzpreisen Bestände durchforsten, damit sie vital und klimafit bleiben.
  • Der Vertragsabschluss ist Grundlage für das Holzgeschäft. Ohne vorhergehenden Vertrag - keine Erntemaßnahmen durchführen. (Menge, Preis, Bereitstellungszeitraum)

    Holzmarkt August 2019 klein
    Fichtenklangholz, aus dessen Beständen auch die berühmte "Stradivari Geige" hergestellt wurde,
    hat den Preis gehalten, während der Fichtenblochholzpreis in Südtirol deutlich unter das Preisniveau
    der Steiermark abgesunken ist.










 

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