Holzmarktbericht November 2019


Gäsättigter Holzmarkt mit ersten Anzeichen für steigenden Frischholzbedarf.

Die Stimmung am Holzmarkt ist aus Sicht der Forstwirtschaft noch immer als sehr gedämpft zu bezeichnen. Die anfallenden Schadholzmengen aus den Borkenkäferkalamitäten in Mitteleuropa bestimmen das Geschehen. Die Holzimporte nach Österreich kommen vor allem aus Tschechien und Deutschland und laufen auf sehr hohem Niveau. Für Sägerundholz liegen diese Holzströme etwa in Höhe der bereits sehr hohen 2018er Mengen, die etwa 30 % über einem Normaljahr lagen.
In der Steiermark sind die Schadhölzer aus dem letzten Herbst weitgehend aufgearbeitet. Der Frischholzeinschlag hat sich vor allem im Kleinwald auf einem niedrigen Niveau eingependelt, da die Anreize für die Nutzung fehlen. Zwar ist die Steiermark "Schadholzfrei", dennoch liegen die Durchschnittspreise der Lieferungen, mit einem Preisband im Fichten Leitsortiment von 80 bis 82 Euro je Festmeter, beachtlich hinter den Vorjahreswerten.

Drastische Preissenkungen im Cx und Schwachblochsegment drücken den Durchschnittspreis um teilweise bis zu 20 Euro pro Festmeter. Bedingt durch die hohen Schadholzmengen wird auch die Vermarktung des Kiefernholzes mehr und mehr zur Herausforderung. Die Borkenkäfersituation hält sich in der Steiermark weitgehend auf normalen Niveau. Vereinzelt tauchen kleinere Käfernester auf. Flächigen Befall gibt es nicht.
Die Sägeindustrie produziert auf sehr hohem Niveau, und ist sehr gut mit Rundholz versorgt. Es gibt so gut wie keine Verzögerung bei der Abfuhr des Sägerundholzes aus dem Wald. Die Übernahme in den Sägewerken erfolgt ausgesprochen streng. Die Abstufung ins Cx Sortiment aufgrund der oberflächlichen Verfärbung erfolgt sehr rasch, womit auch ein erheblicher Preisabschlag verbunden ist.
Zu Beginn der Saison zeigt sich, dass die Eiche das Zugpferd am Laubholzmarkt ist und bleibt. Die Kappung der Preisspitzen bei den schlechteren Qualitäten lassen darauf schließen, dass aber auch bei der Eiche eine Beruhigung der Nachfrage eintritt.

Die Buche lässt sich zu unveränderten 2018er Bedingungen vermarkten. Der Buchen - Schwellenmarkt läuft vom Mengenabsatz her zufriedenstellend, obwohl hier vermehrt ein Preisdruck spürbar wird. Bei den restlichen Buntlaubhölzern sind lediglich die guten Holzqualitäten nachgefragt.
Die hohe Produktionskapazität und der damit verbundene hohe Restholzanfall der Sägeindustrie sowie die hohen Rundholzimporte im Industrieholzbereich schlagen sich in einer Preisrücknahme für die Rundholzsortimente der Papier-, Platten- und Zellstoffindustrie im 4. Quartal nieder. Zumindest regional treten Absatzverzögerungen auf, die sich in der Bildung von Waldlagern niederschlagen.
Die Anlieferung von Energieholz ist aufgrund des hohen Angebotsdruckes praktisch nur im Rahmen bestehender Langfristverträge möglich. Als große Unbekannte bei der Weiterführung der Kraftwerksstandorte stellt sich die weiter ungeregelte Ökostrom-Einspeisetarif - Frage dar.

Empfehlungen:

  • Forstschutz hat Priorität! Käferbäume und bruttaugliches Material entfernen.
  • Gute und rechtzeitige Durchforstung der Bestände führt zu klimafitten Waldbeständen.
  • Der Vertragsabschluss ist Grundlage für das Holzgeschäft. Ohne vorhergehenden Vertrag - keine Erntemaßnahmen durchführen. (Menge, Preis, Bereitstellungszeitraum)

    Holzmarkt klein
    Durchforstung ist angesagt!














 

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