Holmarktbericht Juni 2020

Nach den Produktionskürzungen auf Grund der Corona Pandemie, hat die Sägeindustrie mittlerweile den Einschnitt wieder gesteigert. Die einzelnen Sägewerke sind bestens mit Rundholz versorgt. Die inländischen Holzmengen kommen vorwiegend aus der Schadholzaufarbeitung bzw. aus den Borkenkäfergebieten Nieder- und Oberösterreichs. Der Holzeinschlag aus regulärer Nutzung ist beinahe zum Stillstand gekommen. Die Zufuhr zu den Sägewerken läuft streng kontingentiert im Rahmen bestehender Verträge. Das Sägerundholz aus der Winterschlägerung ist zur Gänze abgeführt. 

Besorgniserregend ist jedoch der Import von Sägerundholz aus den Nachbarländern Tschechien und Deutschland. Dieser ermöglicht den Werken die Steigerung ihrer Produktion. Nach brancheninternem und politischem Hick-Hack über eine gesetzliche Regelung im Forstgesetz zur Abnahme des heimischen Holzes belegen die jüngst veröffentlichten Zahlen, die extrem gesteigerten Importmengen der Rundholzeinfuhren.
Mit 1,98 Millionen Festmetern versorgte die Sägeindustrie ihre Standorte im ersten Quartal 2020 mit Importholz. Diese Zahlen der Statistik Austria zeigen eine Steigerung von 23 % und damit eine Zunahme von beinahe einem Viertel der Importmenge gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019.

Die importierten, tschechischen Holzmengen mit 1,14 Millionen Festmetern nahmen im ersten Quartal um 31 % zu. Aus Deutschland kauften die heimischen Säger mit 439.000 Festmetern ebenfalls um 19 % mehr Holz, als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Am Absatz des Industrieholzes macht sich zum einen die stark steigende Produktion der Sägewerke und somit dem hohen Anfall an Industriehackgut bemerkbar, zum anderen sank die Verbrauchsmenge in den Papier- und Zellstoffwerken auf Grund von Störungen an mehreren Standorten, sowie durch die Zurücknahme der Produktion.
Ebenfalls schwierig zeigt sich der Markt am Energieholzbereich. So werden nach dem hohen Schadholzanfall und dem vergangenen milden Winter unverschämt niedrige Preise angeboten. Eine kostendeckende Schadholzaufarbeitung und dringende Waldpflegeeingriffe sind beim Energieholzsegment ökonomisch kaum bis nicht möglich.

In Summe stehen die derzeitigen Rahmenbedingungen am Holzmarkt, einer regulären Holzernte entgegen. Das extrem niedrige Preisniveau bietet kaum Anreize zu Pflegeeingriffen und zur Holznutzung. Zwangsnutzungen zu abgesenkten Preisen müssen überdies noch die strenge Übernahme der Abnehmerwerke bestehen.

Positiv stellt sich bisher die Entwicklung der Borkenkäfersituation dar. Das kalt - warm wechselnde Wetter mit auch nur geringen Niederschlägen - steht der Käferentwicklung entgegen. Lokal gibt es zwar bereits Stehendbefall, in Summe ist die Situation jedoch als "normal bis unterdurchschnittlich" zu beurteilen.


Empfehlungen:

  • Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen am Holzmarkt, sind die Bestände laufend auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren. Der Waldhygiene ist unbedingt Vorrang zu geben.
  • Etwaiges Schadholz aus den letzten Monaten muss rasch aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert werden
  • Reguläre Holznutzungen aus Ernteaktivitäten und Pflegeeingriffen sind zu verschieben

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